Die Forderung, um die es heute geht, ist schon etwas länger offen. Aber die Story ist eigentlich zu gut, um sie nicht zu erzählen.
Es war der Winter 2004/05 und ein potentieller neuer Kunde rief an. Hochzeitsplaner aus Frankfurt und mit großen Plänen ausgestattet - Geld: kein Problem.
Ein Treffen in einem der guten Hotels Berlins wurde vereinbart, von ihm jedoch kurzfristig aus 'Terminschwierigkeiten' abgesagt. Der Telefonkontakt war sehr freundlich, professionell.
Das Projekt pressierte, deshalb erstellen wir schnell ein erstes Design, obwohl die Anzahlung noch offen war. Dann folgte eine wilde Reihe wilder Geschichten,
über "die Telekom hat meinen Anschluss versehentlich gesperrt", bis zu "mein Vater liegt im Sterben". Ganz groß.
Was leider nicht folgte, war Geld oder wenigstens die Wahrheit. Die musste ich mir auf gerichtlichem Wege teuer erkaufen. Denn der Kunde brach den Kontakt ab und der Gerichtsvollzieher überbrachte dann die traurige Botschaft, dass mein Kunde leider schon vor Monaten seinen Offenbarungseid abgegeben hatte.
Interessant an diesem Fall ist, dass der Pleite-Kunde in der Frankfurter Society offensichtlich einen guten Stand hat. Googelt man seinen Namen, kommen unendlich viele Artikel, Interviews, Engagements. Es scheint sich also nicht so schlecht zu leben - ohne Geld. Zumal er inzwischen laut Zeitungsartikel auch als 'Stand-Up-Comedian' arbeitet; da gibt es das Geld ja hoffentlich bar.
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