Slowakei gehört jetzt endlich auch zur EU – was die Korruption im Fußball anbelangt. Bis März 2007 war der Slowakische Fußballverband nahezu die letzte fußballverwaltende Organisation in Europa, in der kein bewiesener Bestechungsskandal vorgekam. Denen sich ständig häufenden Aufklärungsversuchen der Öffentlichkeit und ihrem Verdacht der Korruption im Fußballalltag konnten die leitenden Funktionäre nicht lange widerstehen.
Bis zum 6. März haben sie sich über die Medien auf eine trockene Art und Weise auf ihre Unschuld berufen.
Einer der lautesten neuzeitlichen Initiatoren des unvermeindlichen Kampfes gegen die Korruption im Fußball war der zur Zeit nicht mehr amtierende Generalsekretär des Slowakischen Fußballverbandes – der Bratislavaer Vladimir Wänke – die zweitwichtigste Autorität in Sachen Fußball im Land. Nicht selten hat er in den Medien den Fair-Play Gedanken proklamiert; er selber wird sich verstärkt bemühen, dem slowakischen Fußballverband das Attribut „korrupt“ zu nehmen - die Korruptionsvorfälle auf der lokalen Ebene und in lokalen Strukturen müssen zuerst beleuchtet und aufgeklärt werden. Und tatsächlich - er selber förderte die sich immer stärker dynamisierende Bestechungsdiskussion.
Am frühen Nachmittag des 6. März empfängt der Generalsekretär Wänke in eigenem Büro den Inhaber des Zweitligisten SK Eldus Mocenok – Herrn Szabo. Entsprechend der guten Sitten bedankt sich der „Agent“ Szabo für die Realisierung des Spielerwechsels. Angeblich lag der Umschlag schon eine Zeitlang auf dem Tisch, bevor die Polizei den Raum plötzlich betrat.
Vladimir Wänke ließ sich vorbildlich bei der Übernahme des Bestechungsgeldes erwischen - er selber hat für die lange erwartete auslösende Affäre gesorgt. Das wichtigste Moment wurde gesetzt, es schließen sich Kompetente und Betroffene zur Diskussion an – der Ball wurde angespielt; Hyde park des slowakischen Fußballs entfaltet sich täglich in neue Dimension. Parallel werden die letzten verzweifelten Stimmen der slowakischen Fußballmanager gehört, die nach verdrehten ethischen Prinzipien und eigener Verteidigung rufen.
In Folge dieser revolutionär neuartigen Ereignissen polarisiert sich die slowakische Fußballgemeinschaft in die Korruptions(Fußball)fans – Funktionäre der verkrampften Strukturen, die aus dem bestehenden „Filz“ nicht lösen wollen... und die anderen, welche sich bei diesem ersten Signale eine aufkommende Chance erhoffen, in den slowakischen Fußball den Keim der Transparenz zu pflanzen.
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