"Guten Tag. Sind Sie aus Berlin?"
So beginnt ein junger Herr auf der Schlossstraße in Steglitz das Gespräch. Ich bejahe zögerlich und will eigentlich nur schnell zurück in die Agentur.
Dass ich ein Hemd trage und, oha!, ordentliche Schuhe veranlasst den Burschen zu der Feststellung, dass ich ja erfolgreicher Geschäftsmann sein müsse. Er möchte wissen, was ich denn tue, um mein offensichtliches Luxusleben zu finanzieren.
Wahrheitsgemäß antworte ich, dass ich Inhaber einer Internetagentur sei.
Sein Adrenalinspiegel steigt. "Da haben Sie doch bestimmt viele Angestellte!"
Nun wird es mir aber zu bunt. Was er denn eigentlich will, frage ich ihn. Er erklärt, dass er bei der Zurich-Gruppe arbeitet.
Aha, Versicherungen. "Auch, aber noch viel mehr. Möchten Sie sich nicht etwas dazuverdienen?", fragt er frech.
Ich erkläre, dass ich dafür keine Zeit habe (und auch keine Lust darauf, am Abend noch schnell ein paar Versicherungen zu verticken!).
Er möchte sich (natürlich) trotzdem gerne mit mir treffen - leider habe ich keine Visitenkarte dabei. Er hat eine, die er aber etwas ungern herausgibt.
Laut seiner Karte arbeitet er für eine Vertriebsorganisation des Deutschen Herold, die auf den klangvollen Namen ... hört.
Vielleicht sollte ich ihn mal Kunden für die Webraumfahrer akquirieren lassen...
Interessanterweise erreichen mich regelmäßig Zuschriften, in denen sich Leute für den Beitrag bedanken. Scheint also als Orientierungshilfe durchaus zu taugen...
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