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Eintrag-Details: Probewurzelbehandlung und das Wesen des Designs

31.08.06

Permalink 12:50:02, von agent Email , 616 Wörter, 581 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Webdesign

Probewurzelbehandlung und das Wesen des Designs

So lange es Agenturen gibt, die dabei mitmachen, wird ein "Probedesign" immer als selbstverständlich vorausgesetzt. Wenn wir zu einem Zahnarzt gehen, trauen wir uns aber nicht, seine bisher durchgeführten Wurzelbehandlungen als Referenz zu zeigen oder vielleicht noch eine „Vorbehandlung“ vorzunehmen, damit wir uns von seinem Können überzeugen.
Wenn ein Zahnarzt allerdings pfuscht, dann ist das mit weit mehr Schaden verbunden als wenn man ein Webseiten-Design verändern oder anpassen muss.

[Mehr:]

1. Design (ob Web oder Grafik) ist deshalb so schwierig, weil der Mensch als Augentier meint, er könne mitreden, weil er es ja sieht. Aber sehen heißt noch nicht verstehen und gerade bei Webseiten oder Flyern zählt nicht nur die eigene Perspektive, sondern die des Kundes Kunden. Wie nimmt dieser die Seite wahr? Wie bewegt er sich darauf, wie kommt er zurecht? Welchen Eindruck hat er sich gebildet? Genau da steht eine Agentur zur Seite – weil sie mit jeder Webseite mehr Erfahrung gesammelt hat und weiß, was ein Internetnutzer erwartet. Und weil sie weiß, welche Designs modern, praktisch, schnell, elitär, demokratisch, zukunftsorientiert, zeitlos, veraltet, seriös, spaßig ecetera ecetera sind.

2. „Design ist Geschmacksfrage“. Selbst das ist relativ. Genauso wie Menschen hässliches, aber dafür praktisches Design hinnehmen (beispielsweise Mülltonnen, Ampeln, PCs, Netzteile, Kabel etc.), fangen sie an, bei anderen Sachen plötzlich ihre Augen zu öffnen: Modells, Autos, Küchen, Anoraks und vieles mehr. Was ist der Unterschied? Das, was für uns selbst interessant ist, wird ganz anders begutachtet. Klar. Aber trotz allem gibt es einen gewissen Konsens in der Wirkung der Dinge: selbst wenn wir irgendein Auto nicht „schön“ finden, so nehmen wir durchaus wahr, dass es beispielsweise „elegant“ wirken soll. Es gibt bestimmte kulturelle Muster, die wir im Kopf haben und die unser Gegenüber ähnlich, wenn nicht genauso, versteht. Beispielsweise, dass schwarz und bordeaux zwei Farben sind, die kombiniert eine elegante Wirkung ergeben. „Klar, das weiß doch jeder!“ Ja, wenn er es sieht, dann weiß er es, aber wäre er auch vorher oder bei einer Webseite auf diese Idee gekommen? Das ist der Punkt: eine Agentur weiß nicht nur, dass es so ist, sie kann es auch selbst kreieren.

3. „Aber es muss doch mir selbst gefallen!“ Natürlich! Eine Webseite muss dem, der sie später zur Präsentation nutzt, gefallen. Aber erst in zweiter Linie. In erster Linie soll eine Webseite – vor allem, wenn sie zur Präsentation eines Unternehmens, also einer seriösen Angelegenheit genutzt wird – dem, der sie ansieht - also wieder einem möglichen Kunden - gefallen. Und selbst „gefallen“ ist nicht das richtige Wort. Sie soll auf ihn wirken. Was zählt, ist die Wirkung. Ist die Webseite gewissenhaft gemacht? Wirkt sie professionell? Schlicht? Oder doch eher detailliert? Wie ist die Sprache – einfach, gehoben, kompliziert, für Experten? Lässt sie sich einfach bedienen? Hat sie eine innere Logik und Struktur? Das sind alles Fragen, die ganz unbewusst im Kopf eines Besuchers gestellt und von der Seite selbst beantwortet werden. Wie eine Visitenkarte, wie ein Anzug, wie ein Gesichtsausdruck, eine Frisur, ein Händedruck spricht die Webseite. Es gibt zu all den anderen genannten Beispielen nur einen Unterschied: den Eindruck einer Webseite kann man nicht vor Ort korrigieren. In der Realität lassen sich manche Dinge im Nachhinein richtig stellen und die Erstwirkung wird vergessen, aber in der Virtualität ist es viel aufwendiger und kostet mehr Zeit, einen Fehleindruck zu korrigieren. Und genau all das hat eben eine Agentur im Kopf und mit genau dem Wissen tritt sie ihren Kunden gegenüber. Wenn ihre Kunden es annehmen, entsteht ein wunderbares Produkt, wenn sie allerdings nur an ihren eigenen Geschmack denkt, dann kann daraus ein schwieriges Unterfangen werden.

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Kommentar von: site ekle [Besucher] Email · http://www.sitelersitesi.com
Der Wunderer von Deutschland und der Blogwinkel wurden auch heimgesucht. Im Oldblog wird über Hintergründe spekuliert geträumt.
PermalinkPermalink 08.01.07 @ 01:35

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