Vielleicht bekommt der Webraumfahrer-Blog einen Werteschub durch die Abenteuer im Regenwald. Ich kann zwar nicht mitmachen beim Besuch des Planetariums (was ich aber ueberaus gern taete - ich liebe schwarze Loecher!), aber morgen werde ich mit einer Gruppe aus einer Franzoesin und 2 Hollaenderinnen und einem Indianer als Fueherer durch den Regenwald in das Amazonasgebiet nahe Manaus eintreten.
Ich bin schon aufgeregt, ja. Nach dem heutigen Besuch der Stadt, schreit meine Seele nach Gruen. Manaus an sich ist nicht viel anders als Sao Paulo. Eine Stadt, die sehr lebt, dadurch aber ziemlich viel Schmutz und Laerm produziert. Heute habe ich mir den Hafen angesehen. 1000 Boote verschiedenster Groessen gibt es dort. Teilweise leben die Menschen auf ihren Booten, wenn sie kein anderes Haus haben. Da kam bei mir die Frage auf: lebt es sich besser auf einem kleinen Boot nahe am Fluss (der in der Hafengegend leider ziemlich schmutzig ist und stinkt) oder in der Favela in Sao Paulo? Ich werde im Regenwald darueber nachdenken und vielleicht feststellen, dass es sich am besten als Indianer im Regenwald lebt?
Also: die Stadt erinnert gar nicht an Gruen. Aber, aber, aber... morgen beginnt meine Flucht in den Jungel. Zusammen mit Katu aus dem Alavanca Projekt habe ich eine Tour fuer 6 Tage gebucht. Kostest 600 Reais, also circa 250 Euro. Ist natuerlich etwas ungeschickt, viel Geld schon am Anfang der Reise auszugeben, aber ist es das nicht wert? Wie oft hat man diese Gelegenheit und nun bin ich schon hier.
Morgen wird es wohl etwa so aussehen: um 9 Uhr werden wir vor dem Hotel (eine Billigabsteige fuer 15 Reais die Nacht!) abgeholt. Dann geht es aufs Boot und zu der Stelle, an der sich der Rio (Fluss) Negro mit dem Rio Solimoes trifft, um den Amazonas zu bilden. Zwei Fluesse unterschiedlicher Farbe und Temperatur treffen aufeinander und man kann diese Stelle genau sehen. Erst nach einigen Kilometern vermischen sie sich tatsaechlich und der Amazonas bekommt diese typische gelbe Farbe des Rio Solimoes'.
Im Uebrigen beginnt der Amazonas fuer die Einwohner hier genau an dieser Stelle und sie wundern sich daruber, dass der Amazonas (siehe Wikipedia Artikel als Link) der laengste oder zweitlaengste Fluss der Welt sein soll, wo er doch ab seinem Ursprung viele Namen und Formen annimmt. Fuer mich ist diese Tatsache eher ein nebensaechliches Element. Denn: als ich hierhergeflogen bin, habe ich alles aus dem Flugzeug gesehen und das war seeeeehr beeindruckend! Dieses ganze Gewaesser, diese Unmengen von Inseln, die der Fluss gebildet hat, diese unglaubliche Breite und Laenge, die das Auge gar nicht fassen kann. Sowas habe ich noch nie gesehen. Soooooo riesig alles!!! Und der Name spielt da wirklich keine Rolle, oder?
Also morgen dies und dann geht es zur Station im Regenwald. Ein Holzhaus, das auf dem Wasser schwimmt. Dort schlafen wir in Haengematten, geschuetzt mit Moskitonetzen. Wir werden Ausfluege machen und die Flora und Fauna beobachten. Was es alles zu sehen gab, halte ich in einem Heftchen fest, das ich heute in einem Papierladen kaufte. Nach 6 Tagen kehren wir nach Manaus zurueck und dann am 13. geht es nach Belem mit dem Flugzeug.
Aber darueber berichte ich, wenn es schon soweit ist. Im Regenwald lernt man seine eigenen Grenzen und wahrsacheinlich auch Aengste kennen - ich werde ausfuehrlich ueber all dies berichten. Meine innersten Aengste...
Agent
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