Da ich weiß, dass meine Familie auch diesen Blog liest, will ich erstmal alle beruhigen: es ist alles klar! Mir gehts sehr gut. Es ist heiß und schwül und regnerisch. Und nun zur Sache: vorgestern wollten Katu (die brasilianische Französin) und ich in dieses 24h Restaurant fahren. Wir machen ja gerade die Renovierung unseres Projektsitzes und als wir die Arbeit für vorgestern abgeschlossen hatten, wollten wir was essen.
Es bot sich an, mit dem Moped zu fahren. Das ist normalerweise auch kein Problem, denn trotz des vielen Straßenverkehrs fahren die Brasilianer sehr aufmerksam durch die Gegend. Vor allem die Busfahrer sind klasse. Sie wissen, dass einige der vielen Kuriermotorradfahrer dazu neigen zwischen zwei Bussen durchzuschlüpfen, um 5 Meter Vorsprung zu haben, bevor sie doch mit allen anderen an der roten Ampel warten müssen.... hehe.
Naja, zumindest sind wir losgefahren mit Helm und allem wie es sich gehört. Da das Moped angezeigt hat, es brauche etwas Öl, beschloss ich an eine der nächsten Tankstellen zu fahren. Von zwei Spuren fuhr ich auf der linken, die Tankstelle war auf der rechten Straßenseite. Also was steht an: Kopf drehen, gucken ob was kommt, wenn nicht, blinken und Spur wechseln, dann zur Tankstelle. Und so habe ich's gemacht, ordentlich wie ich bin. Als ich mich umdrehte, war nichts zu sehen, also Blinker und auf die andere Spur und schwupp hörte ich ein Bremsen hinter mir und ein Auto fuhr ins Moped hinein. Nicht dolle Gott sei Dank, aber das Moped war (ähnlich all meinen Fahrradunfällen in meiner Kindheit) unter unseren Hintern weggezogen und wir sind schlicht auf unsere 4 Buchstaben gefallen.
Nicht schön, aber nicht besonders schlimm, weil keine hohen Geschwindigkeiten im Spiel waren. Der Fahrer fuhr rechts ran, eilte zu uns, half uns auf, stellte das Moped auf die Seite, machte irgendwas am Hinterteil seines Autos, sagte: ich rufe Hilfe, stieg ins Auto und fuhr davon mit Quitschen... sehr hässlich. Wir hatten Glück, weil nämlich ungefähr 6 Leute diese ganze Sache beobachtet haben.
Ein anderes Auto ist dem Flüchtling hinterher gefahren und dann auch noch ein Taxi. Das andere Auto kam zurück, der Fahrer meinte, er hätte es nicht geschafft, das Nummernschild zu sehen (wie auch, der Desateur hat es vor dem Wegquietschen hochgeklappt - das habe ich gesehen und mich gewundert), aber nach eine Weile kam das Taxi zurück, der Flüchtling und ein riesiger Polizeijeep mit 4 bewaffneten Polizisten... Maschinengewehre, meine Lieben, Maschinengewehre. Völlig übertrieben, aber naja. (Das in einem anderen Kapitel.)
Sie haben ihn fast aus seinem Auto gezerrt und dann zur Rede gestellt. Er kam aus einer anderen Stadt und hatte schon gestern oder kürzlich einen anderen Unfall mit einem Motorrad gehabt. Hmm, sie meinten er solle still sein, wenn er dazu neigt, Unfug zu treiben. Das Moped funktioniert und hat nicht viel abbekommen. Wir haben ein paar Schürfwunden. Sie haben ihn begfragt und klar, erzählt er was anderes. Klar. Katu hat ihn auch nicht gesehen und so schloss ich draus, dass er wohl einfach ohne Licht mit einem schwarzen Auto durch die Gegend gefahren ist. Er hat ganz schön Angst bekommen, meinten die anderen, als er merkte, dass wir Ausländer sind. Das gibt Probleme, wenn man einem Ausländer was antut. Danach mussten wir (scheint eine Pflicht zu sein) ins Krankenhaus, dann zur Polizei. Dort haben sie ein für mich fragwürdiges Protokoll geschrieben.... oh, mein Laptopakku ist gleich leer. Ich muss das nächste Mal weiterschreiben. Agent
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